Sechs Richtige – Fototipps von Heinz Zak
1. Von Linien und dem Goldenen Schnitt
Markante Linien wie Bergketten, Wege, Spuren im Schnee, Muster im Fels, Wasserläufe oder einfach nur ein Kletterseil bringen – wenn sie richtig in Szene gesetzt werden – Spannung und Dynamik ins Bild. Wenn es Ihnen schwerfällt, die markanten Linien in Ihrem Bild zu erkennen: Kneifen Sie die Augen beim Blick durch den Sucher zu, bis Sie nur noch die wichtigsten Umrisse (und Linien) sehen. Diese Linien können durch die Wahl des Formats noch betont werden – eine Vertikale wirkt noch besser im Hochformat.
Diagonale Linien bringen dagegen Spannung und Wertung: Eine Diagonale von links unten nach rechts oben wird als aufsteigend, also positiv empfunden. Umgekehrt gilt das Gegenteil.
Mit Linien allein ist allerdings noch kein gutes Bild gemacht. Wichtig ist, dass die Linien/Proportionen im Bild in einem ästhetischen Verhältnis zueinander stehen. Das ist nur bedingt Geschmackssache. Schon der Grieche Euklid erkannte das »Maß der Dinge«. Achten Sie auf eine Aufteilung von Zwei Drittel zu einem Drittel, fertig ist der sogenannte »Goldene Schnitt«.
2. Vordergrund bringt Tiefe
Versuchen Sie es. Gehen Sie zuerst nur in einen Park mit Bäumen oder Blumenbeeten oder einfach durch die Straßen einer Stadt. Suchen Sie ganz bewusst einen Vordergrund für Ihr Motiv und setzen Sie diesen markant ins Bild. Machen sie das Bild zum Vergleich unbedingt auch ohne den Vordergrund. Sehr oft bringt die zusätzliche Ebene vorne mehr Räumlichkeit ins Bild. Aber wehe, einer pflückt hinterher das Edelweiß ...
3. Ins Bild hinein
Mehr oder weniger unbewusst empfinden wir es als unangenehm, wenn eine Person aus dem Bild hinaus- anstatt in das Bild hineinschaut, -geht, -paddelt, -fährt oder eben -kraxelt. Wir haben dann das Gefühl, dass der Mensch dem Bild den Rücken zukehrt und es sozusagen uninteressant findet. Geht die richtige Bewegungsrichtung dann noch mit einer kleinen sportlichen Meisterleistung und einer hübschen Spiegelung einher, ist man dem perfekten Bild schon recht nah.
4. Das Spiel mit Schärfe und Unschärfe
Ebenfalls ein Gefühl, dem wir uns kaum entziehen können: Die Dinge im Vordergrund sollten scharf, der Hintergrund mehr oder weniger unscharf sein. Dieses »Mehr oder Weniger« lässt sich durch die Wahl der Blende beeinflussen – je höher die Zahl, desto schärfer der Hintergrund – und mit der Abblendtaste (sofern vorhanden) kontrollieren. Dieses kreative Spiel mit Schärfe und Unschärfe ist ein beliebtes Gestaltungsmittel fortgeschrittener Fotografen. Platziert man allerdings die wichtigsten Bildelemente wie Gesichter oder Personen bewusst im Hintergrund, muss der Fokus ganz klar dort liegen.
5. Die korrekte Belichtung
Sieben Zeilen über das Belichten? Der Zak spinnt. Spinnt nicht, doch mehr Platz war nicht. Ein guter Fotograf sollte in jedem Fall stets in der Lage sein, die Kameraautomatik durch manuelle Einstellungen zu korrigieren. Sei es durch eine Belichtungskorrektur über die Plus/Minus-Taste (meist in Drittelschritten möglich) oder gleich per manueller Wahl von Verschlusszeit und Blendenöffnung. Das gezeigte Bild etwa wurde gezielt etwas unterbelichtet, um den silhouettenhaften Charakter herauszuarbeiten.
6. Die Kamera immer parat
Wer keinesfalls ein Motiv verpassen will, sollte seine Kamera stets griffbereit haben. Eine Gruppe Ziegen im Gänsemarsch hat wenig Verständnis für Zwischenrufe à la »Halt, ich muss nur schnell den Schlafsack im Rucksack beiseite räumen, um an die Kamera unterm Kocher zu kommen.« Schon mal über eine separate Hüfttasche für die Kamera nachgedacht?
4-Seasons Info
Fotobiwak mit Heinz Zak und Mountain Equipment
Der perfekte Sonnenuntergang und -aufgang in den Bergen gehört ins Repertoire jedes Fotografen. Dazu bedarf es zumeist einer Übernachtung im Freien und viiiieel Ausdauer. Eine kleine Hilfestellung bietet Mountain Equipment. Der Outdoor-Ausrüster lädt interessierte Fotografen zu einem Erlebnis der besonderen Art: Heinz Zak, der österreichische Kletterer und Outdoor-Fotograf, zeigt euch persönlich, wie aus einem Foto das perfekte Foto wird und unterstützt euch mit wertvollen Tipps und Tricks. Da auch Fotografieren bei Nacht gekonnt sein will und ein perfekter Sonnenaufgang nicht fehlen darf, checkt ihr direkt im Millionen-Sterne-Hotel ein. Kein Dach, kein Zelt, nur das Universum über euch. In leihweise zur Verfügung gestellten Daunenschlafsäcken von Mountain Equipment seid ihr dafür bestens gerüstet.
Alle Biwaks sind Zweitagestouren von Samstag- bis Sonntagvormittag und richten sich an Hobbyfotografen. Nach einer gemäßigten Wanderung mit zahlreichen Tipps fürs Fotografieren schlagt ihr gegen Abend euer Lager zum Biwakieren auf. Schönes Wetter ist bestellt, kann aber nicht garantiert werden. Aber keine Bange, es gibt auch einen Plan B.
Orte & Termine
28. + 29. April 2012, Sächsische Schweiz
Wanderung zu bekannten Schauplätzen des Elbsandsteingebirges rund um Bad Schandau.
5. + 6. Mai 2012, Eifel
Wanderung durch die waldreiche Ahreifel rund um Kesseling.
12. + 13. Mai 2012, Karwendel
Wanderung durch das Karwendel. Biwak auf dem Hafelekar direkt über Innsbruck.
Die Mountain Equipment Fotobiwaks sind eine exklusive Veranstaltung für Inhaber der GlobetrotterCard. Das Bewerbungs-Procedere finden Sie auf www.globetrotter.de/kundenkarte.
26. März 2012, Text: 4-Seasons
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