Reisemedizin für Globetrotter: Gelbfieber
Tigermücken (Aedes) übertragen die Gelbfieberviren von Mensch zu Mensch oder von Affe zu Mensch. Sie stechen typischerweise während der Morgen- und Abenddämmerung. Deshalb ist besonders zu diesen Zeitpunkten Mückenschutz (durch Balsam, Kleidung oder Moskitonetz) anzuraten. Die WHO geht von jährlich mindestens 200.000 neuen Fällen aus – wobei die tatsächlichen Fallzahlen bis zu 200-fach höher ausfallen könnten als die gemeldeten Zahlen. Bislang ist nicht bekannt, weshalb die Krankheit nur in Afrika und Südamerika verbreitet ist, obwohl der Überträger (Aedes) auch in Asien vorkommt.
Der Verlauf: Ungefähr drei bis sechs Tage nach dem Mückenstich – in dieser Zeit überträgt der Mensch den Virus auf Mücken – beginnt die Krankheit mit plötzlichem Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerz, Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Nach einer kurzen Besserung entwickeln sich bei vielen Erkrankten ernsthafte Symptome: Gelbsucht, Nierenversagen und innere Blutungen. Die Sterberate liegt bei 20 bis 30 Prozent.
Das Risiko: Meldet ein Land keine Gelbfieber-Fälle bei Menschen, bedeutet das kein vernachlässigbares Risiko, da das Virus auch in Affen vorkommen kann. Tödliche Gelbfieberinfektionen bei Reisenden sind zuletzt im Amazonasgebiet, Venezuela und Westafrika vorgekommen.
Die Impfung: Die WHO empfiehlt die Impfung gegen Gelbfieber für alle Reisenden in Länder, in denen Gelbfieber vorkommt oder der Virus vermutlich unter Primaten verbreitet ist – und auch, wenn das entsprechende Land bei der Einreise keinen gültigen Impfnachweis verlangt. Eine Einzeldosis der Lebendimpfung gibt mehr als 95 Prozent der Geimpften eine mindestens zehnjährige Immunität. Zahlreiche Länder in Asien verlangen den Nachweis einer Gelbfieberimpfung bei direkter Einreise aus einem Risikogebiet. Das internationale Gelbfieberzertifikat ist ab dem zehnten Tag bis zehn Jahre nach der Impfung gültig.
Nebenwirkungen: An der Einstichstelle ist eine lokale Reaktion möglich. Fünf bis zwölf Tage nach der Impfung können leichtes Fieber, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen auftreten, die zwei bis drei Tage anhalten. Die Wahrscheinlichkeit einer sofortigen allergischen Reaktion – in der Regel bei vorbestehender Hühnereiweißallergie – liegt bei weniger als 1:1 Million. In sehr seltenen Fällen ist es auch zu tödlichen Nebenwirkungen gekommen. Daher sollte die Impfung wirklich nur verabreicht werden, wenn sie unbedingt notwendig ist.
Das Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin BCRT berät in den Globetrotter-Filialen in Hamburg, Köln und München, jeweils Mo–Fr 15–19 Uhr, Sa 12–17 Uhr.
Infos: www.bctropen.info
29. August 2011, Text: Dr. Tomas Jelinek
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