präsentiert von:

Online-Spezial: Die Donau im Kanu

Foto: Lars Hoffmann
Die Donau, Europas zweitlängster Strom, verbindet den Schwarzwald mit dem Schwarzen Meer, zehn Nationen und eine Vielzahl an Kulturen. Wer entlang des Flusses reist, hat viel zu entdecken – und tut dies am besten mit Fahrrad oder Kanu.

Auf der Donau paddeln, den ganzen Kontinent durchqueren, sich immer weiter Richtung Osten treiben lassen, den Menschen und Landschaften am Fluss begegnen … Solche Gedanken sind freilich höchst gefährlich. Sie reichten aus, um in Lars und Niels Hoffmann ein ordentliches Verlangen zu entfachen. Die Brüder mussten im Sommer 2010 aufbrechen, im Bewusstsein, dass sie mehr wollten, als einfach nur einen Fluss hinunterzufahren. Sie wollten ihre Reise, den Fluss und die Menschen an seinen Ufern für ein besonderes Buch portraitieren. Mit der großen Kameraausrüstung, mit Bleistift und Notizblock. Und so packten Sie alles in ihr Kanu, schoben es in Baden-Württemberg in den Fluss und begaben sich auf die Suche nach den Gesichtern der Donau. 100 Tage später und über 2500 Kilometer weiter östlich, am Ufer des Schwarzen Meeres, hatten sie diese gefunden. In 4-Seasons #29 stellen Lars und Niels Hoffmann ihr Buchprojekt »Gesichter der Donau« mit eindrucksvollen Bildern vor. Hier verraten die Brüder einige Tipps für Donaureisende.

 

Mit dem Kanu auf der Donau

Die Donau kann man aus eigener Kraft per Kanu oder per Fahrrad (Donauradweg) bereisen. Im Hochsommer – Juli und August – ist besonders in auf den ersten 1000 Flusskilometern jede Menge Betrieb, weiter östlich ist es selbst zu Hochsaison absolut entspannt.

Beste Reisezeit: Mai bis Mitte Juni, September bis Mitte Oktober.

In Deutschland und Österreich trifft man entlang des Flusses auf ein gut ausgebautes Netz aus Pensionen und Campingplätzen. Ab Ungarn übernachtet der Reisende an den schönsten Plätzen seiner Wahl im Zelt, Radfahrer kommen auch in den Gästezimmern der Dörfer unter. Reisekosten halten sich besonders ab Bratislava im Rahmen. Entlang der Donau gibt es fast überall gute Einkaufsmöglichkeiten, Kneipen und Restaurants werden zudem Richtung Osten immer preiswerter und stellen auch finanziell eine Alternative zur Selbstversorgung dar.

 

Bildergalerie: Die Donau im Kanu

Will man den gesamten Fluss im Kanu bereisen sollte man mindestens zwei Monate einplanen, mit dem Rad gehts, wenn man das will, auch schneller. Ausrüstung so leicht wie möglich, Kanuten sollten auf jeden Fall einen guten Kanuwagen mitführen.

Als Flussreisender ist man ab Serbien verpflichtet an den Grenzen bei Polizei und Zoll ordnungsgemäß ein- und auszuchecken, das kann dauern, erspart aber lange Diskussionen und Ärger mit der Wasserpolizei.

Gefahren: Kanuten passen auf große Schiffe, Radfahrer auf rasende Balkanfahrer auf.

 

TID – Tour International Danubien: Wer viel Zeit hat und die Donau nicht alleine in Angriff nehmen will, hat jeden Sommer Gelegenheit sich der Tour International Danubien, kurz TID, anschließen.

Die längste Kanu- und Ruderwanderfahrt der Welt wird seit 1956 von den Kanuverbänden in Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Serbien, Bulgarien und Rubänien ausgerichtet. Sie beginnt Ende Juni in Ingolstadt und endet Mitte September nach 2516 Kilometern am Schwarzen Meer. Nach vorheriger Anmeldung kann die Fahrt an allen geplanten Zeltplätzen der TID begonnen und beendet werden. Alle Infos und Kontakte zur TID sind unter www.tour-international-danubien.org zu finden. 

 

Hilfreiches für Donaureisende

Drei Bücher aus der Expeditionskiste der Donauten (Kurz-Rezensionen von Niels Hoffmann).

 

  • Lothar-Günther Buchheim: »Tage und Nächte steigen aus dem Strom«

Ein Jahr vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges wagt sich der zwanzigjährige Abiturient Buchheim (später wird er den Krieg auf den Weltmeeren überleben und unter anderem den Bestseller »Das Boot« schreiben) mit seinem Faltboot auf eine tatsächlich unbekannte Reise: allein auf der Donau zum Schwarzen Meer. Er paddelt, er zeichnet, er schreibt sich entlang eines Flusses, den es so nicht mehr gibt. Eine unschuldige Reise, ein unschuldiges Tagebuch voller ungestümer Kraft und frecher Beobachtungen. Schon während der Lektüre springt der Funke des Aufbruchs auf den Leser über und so hält ihm freilich nichts mehr zurück: Dieser Fluss will selbst erlebt und erfahren werden! Nicht als Wiederholung eines gelesenen Abenteuers sondern als eigene Entdeckung! Ein Buch also, welches den Reisehunger ordentlich stärkt.  
ISBN 3-492-23297-3

 

  • Hinnerk Dreppenstedt: »Donaukreuzfahrt – Von Passau bis zum Schwarzen Meer«

Ob Nibelungensage oder knappe Stadtgeschichte von Belgrad – im handlichen Format bietet dieser klassische Flussführer fundierte kulturelle, gesellschaftliche und historische Hintergründe entlang der Ufer der Donau. Was für die Passagiere auf den Flussdampfern gedacht ist, ist auch für den autark Reisenden ein durchaus gelungener Atlas. Dieses Buch kramt der neugierige Paddler oder Radler raus, wenn am Horizont Kathedralen und Kirchen erscheinen oder wenn er wissen will wie hoch das durchschnittliche Nettoeinkommen der Bulgaren derzeit ist (es entspricht übrigens weniger als ein Sechstel des unsrigen). Hinter Belgrad weiß das Bändchen allerdings nicht mehr alt so viel dem geneigten Entdecker zu berichten, dieser betrachtet so völlig uninformiert die bezaubernde Einöde der Walachei. Und dazu benötigt er ja wahrscheinlich auch kein Buch.
ISBN 978-3-89794-132-8

 

  • Claudio Magris: »DONAU – Biographie eines Flusses«

Die SZ bezeichnetet das Werk italienischen Literaturwissenschaftlers und Romanciers als »ein Dreitausend-Kilometer-Film« und liegt damit vielleicht ganz richtig, auch wenn es bisweilen eher als zehnteiliges Kamingespräch über die Dichter, Denker und Kulturschaffer der Flussregion daher kommt. Aber, ganz sicher als ein hochinteressantes, facettenreiches und, nun ja, da räuspert sich der Paddler kurz, durchaus anregendes Gespräch. Das reizende an diesem Buch ist vielleicht, dass vieles erzählt wird, von dem man vom Fluss aus nichts bemerken oder erfahren würde. Im Geschriebenen tauchen Menschen, Städte und Anekdoten am linken und rechten Ufer auf und führen zu einer Exkursion ins geschichtliche Hinterland. So unternimmt der Entdecker eine parallele Lesereise, das Buch wird zur begleitenden Literatur. Dabei bleibt es recht kurzweilig; die lange Donau hält die vielen Kapitel gut zusammen und mündet nach fast 500 Seiten tatsächlich ins Meer.  
ISBN 978-3-423-34418-0

 

Karten

Wassersport-Wanderkarte WW5 – Wildwasserkarte Österreich und Wasserwanderkarte Donau von Passau bis Bratislava. Jübermann Verlag, Preis: 17,00 EUR, Zwei Karten (1: 450 000 und 1: 75.000), gefalzt auf DIN A5  in PE-Hülle, serienmäßig auf wasserfester Folie ("Polyart"®)! ISBN 978-3-929540-25-3. Infos auf www.juebermann.de.

Der neue Donau Radweg von Budapest zum Schwarzen Meer, Galli Verlag,
Preis: 19.80 EUR, Kartographie 1 : 100.000, 18,5 x 13 cm, 8 Falzkarten in einer Plastikmappe. ISBN 978-3-936990-30-0. Infos auf www.galli-verlag.de.

 

DVD-Tipp

Die sechsteilige Fernseh-Dokumentation »Die Donauten« von ZDF und 3sat ist auch als DVD erhältlich: 180 Minuten, 3sat edition, ISBN 978-3-941311-66-4, 19,90 €. Den Trailer der Serie gibt's in der Mediatek von 3Sat.

 

4-Seasons Surftipps

Umfangreiche Linksammlung

Unter www.kanukarte.de findet sich eine umfangreiche Linkliste zu Online-Karten, Reiseberichten und Infoseiten zum Thema Paddeln auf der Donau.

 

reiseberichte.com

Faltboottour im Donaudelta

»Im Donaudelta endet die ca. 2800 km lange Reise der Donau durch Europa. Das Delta liegt im Osten von Rumänien an der ukrainischen Grenze. Die einzigartige Flora und Fauna des Deltas lässt sich nur per Boot erkunden.« - Uwe Priess berichtet von einer zwölftägigen Faltboottour im Donaudelta und gibt einige nützliche Reisetipps. Mehr unter www.holzkanadier.de.

 

Donauradweg: Passau - Budapest

»Einer der berühmtesten europäischen Radfernwanderwege ist der Donauradweg.« Jakob Salzmann berichtet von einer Radtour »entlang der Donau durch die kulturelle Vielfalt Europas.« Mehr unter salzinet.com.

 
weiterführende Artikel: 
02.02.2011ArtikelAktuell

Buchprojekt: Die Gesichter der Donau

Die Donau im Kanu, vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer: Auf ihrer über 2500 Kilometer langen Paddeltour portraitierten die Brüder Lars und Niels Hoffmann Landschaften und Menschen in acht Ländern. zum Artikel