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Nicht der Nase nach – GPS für Radfahrer

Foto: Garmin
Karte lesen war gestern. Der aufgeklärte Reiseradler setzt verstärkt auf mobile GPS-Geräte und investiert die gesparte Zeit unterwegs lieber in Sightseeing und Pausen – oder macht früher Feierabend ;-)

Die nächste Weggabelung kommt bestimmt. Rechts halten oder doch geradeaus? Es hilft nichts: Wer wissen will, wie es weitergeht, muss anhalten. Dann heißt es Standort bestimmen, Karte interpretieren, eine Entscheidung treffen und Karte wieder wegpacken. Bis zum nächsten Abzweig ...
Im Auto kann man sich den Blick in den Straßenatlas längst sparen. Man gibt einfach das gewünschte Ziel ins Navi ein und schon wird man mit klaren Hinweisen dorthin geleitet.

Gibt‘s sowas nicht auch fürs Fahrrad? Nun, zumindest annähernd. Geeignete GPS-Geräte, also solche, die am Lenker montiert und gut abgelesen werden können, gibt es bereits. Sie sind robust, wasserresistent und – wie etwa das Garmin Oregon mit Touchscreen – gar nicht so schwer zu bedienen.

Ein wenig unterscheidet sich die Radnavigation aber schon von der im Auto. Damit ein sogenanntes Routing, also eine automatische Streckenauswahl, anhand der Zieleingabe funktionieren kann, müssten zunächst alle radtauglichen Wege erfasst und als Streckenbausteine digitalisiert sein. Dies ist in ersten Ansätzen der Fall. So enthält etwa die Mapsource-Karte »Topo Deutschland v3« von Garmin rund 60.000 km Radrouten, auf denen man sich fahrradgerecht von A nach B leiten lassen kann.

Pflichtlektüre: die GPS-Bikerbibel von Thomas Froitzheim.
Pflichtlektüre: die GPS-Bikerbibel von Thomas Froitzheim.

Möchte man nicht auf das Radroutennetz angewiesen sein oder sich in unbekannteren, abgelegenen Regionen bewegen, so gibt es immer noch die bewährte Tracknavigation. Tracknavigation? Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Ähnlich wie bei Hänsel und Gretel sichert das eingeschaltete GPS in bestimmten Abständen die aktuelle Position. Nur verteilt es keine Brotkrumen, sondern GPS-Koordinaten im Speicher. Dieses digitale Logbuch kann man beliebig weitergeben. Auf zahlreichen Internet-Portalen stellen User ihre Touren mittlerweile kostenlos zur Verfügung (wie www.gps-tour.info, www.bikemap.net, www.gps-tracks.com). Nach dem Download kann die Datei einfach auf das eigene GPS-Gerät geladen werden und schon hat man die Strecke zum Nachfahren im Gerätespeicher.

Wer dem enormen Angebot von aufgezeichneten Touren dennoch misstraut, der kann einen Track oder eine Route (besteht nur aus den notwendigsten Wegpunkten) auch auf dem Computer erstellen. Dafür fährt man die geplante Strecke in der entsprechenden Planungssoftware (MagicMaps Tour Explorer, Garmin Deutschland Digital 25 oder ADAC-TourGuide) virtuell mit der Maus ab. Meist bieten diese Planungstools eine Fülle von Funktionen wie das Bearbeiten und Verwalten von Tracks, das Erstellen von Höhenprofilen und eine direkte Schnittstelle zu den wichtigsten GPS-Geräten. Auf dem Rad ruft man den gewünschten Track im Gerät auf und schon folgt man einem Pfeil bzw. einer grellen Linie, die man auch problemlos während der Fahrt vom aus Lenker erkennt.

Egal, wie Track und Route schlussendlich auf dem Gerät landen, fahren muss man natürlich immer noch selbst. Allerdings bleibt dabei deutlich mehr Zeit für Rast, Landschaftsblicke und Einkehr, da man nicht mehr bei jeder Gabelung ins Grübeln kommt.