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Mammut Alpine School mit neuen Konzepten

Foto: Mammut Alpine School
Bergschulen bieten heutzutage mehr als Kletterkurse. Ein Gespräch mit Reiner Taglinger von der Mammut Alpine School, die eng mit der Schweizer Outdoor-Marke kooperiert.
Reiner Taglinger. | Foto: Mammut Alpine School
Reiner Taglinger. | Foto: Mammut Alpine School

Reiner, du hast viele Jahre die Allgäuer Alpinschule VIPS geleitet – was ist bei der Mammut Alpine School anders?

VIPS hat bereits eng mit Mammut zusammengearbeitet, aber jetzt haben wir ein neues Level erreicht. Die Kunden bekommen nicht nur die Leihausrüstung – im Sommer zum Beispiel Helme oder Klettergurte, im Winter das Lawinen-Equipment – in bester Mammut-Qualität, bei vielen Touren können sie auch Mammut--Ausrüstung unverbindlich testen. Unsere Bergführer und Guides werden zudem regelmäßig von den Produktspezialisten geschult, können also auch in Sachen Ausrüstung Rat geben. Das ist unterwegs ja ein Dauerthema, das vielen Gästen auf der Seele brennt: Hardshell oder Softshell? Welches Sicherheits-Equipment für welche Tour? Auch zum Fachsimpeln sind wir also kompetente Ansprechpartner.

 

»Als erste Alpinschule in der EU dürfen wir das »blaue S« führen, sind also nach dem Schweizer Standard »Safety in adventures« zertifiziert.«
»Als erste Alpinschule in der EU dürfen wir das »blaue S« führen, sind also nach dem Schweizer Standard »Safety in adventures« zertifiziert.«

Man muss als Gast bei euren Reisen und Kursen also nicht komplett in Mammut-Kluft antreten?

Nein, wir nehmen jeden mit (lacht). Aber das Angebot, mal eine ganz besondere Jacke oder einen Gurt, den man eventuell kaufen will, auf einer echten Tour auszuprobieren, wird sehr gern angenommen. So ein persönlicher Praxistest ist im Laden ja nicht möglich. Habt ihr bei allen Touren das komplette Mammut-Sortiment am Start?
Das wäre schön, aber dann müssten unsere Guides mit dem Tieflader vorfahren. Aus logistischen Gründen können wir nur ausgewähltes Equipment anbieten und das auch noch nicht auf allen Touren – aber der Anfang ist gemacht und es funktioniert bereits ganz gut. Was unterscheidet euch noch von anderen?
Wir haben unsere internen Strukturen und die Sicherheitsstandards sehr genau untersucht bzw. untersuchen lassen – als erste Alpinschule in der EU dürfen wir das »blaue S« führen, sind also nach dem Schweizer Standard »Safety in adventures« zertifiziert. Das betrifft viele interne Abläufe, von denen der Kunde an der Oberfläche gar nicht viel bemerkt – aber trotzdem eine bessere Dienstleistung bekommt.

 

Ihr versteht euch als Dienstleister?

Absolut. Die Zeiten, in denen mancher Bergführer wortkarg vorausmarschierte und den Arbeitstag beim Erreichen der Hütte beendete, sind vorbei. Kommunikationsfähigkeit ist heute genauso wichtig wie alpine Kompetenz. Die Kunden mit ihren Wünschen stehen im Mittelpunkt. Die einzige echte Einschränkung sind Sicherheitsaspekte: Wenn ein Guide wegen der Wetter- oder Lawinenlage ein Alternativprogramm anbietet oder – worst case – eine Tour abbricht, tut er das letztendlich im Interesse der Kunden. Dafür würden wir uns manchmal etwas mehr Verständnis wünschen.

 

Eine von vielen Ideen: Die Kunden können Touren und Tests verbinden. | Foto: Mammut Alpine School
Eine von vielen Ideen: Die Kunden können Touren und Tests verbinden. | Foto: Mammut Alpine School

Die Mammut Alpine School ist ja Komplettanbieter, mit Programmen von der leichten Wanderung über den Hochtourenkurs bis zur Expedition. Was läuft am besten?

Klassische Hochtouren sind sehr gefragt, aber auch das Kursprogramm oder Reisen wie die »Straße der Vulkane« in Ecuador laufen sehr gut. Wir genießen – zurecht, wie ich hoffe – bei unseren Kunden ein gewisses Ansehen, viele buchen sich für durchaus anspruchsvolle Touren und Reisen ein, die auch nicht immer billig sind. Oft fungieren wir auch als Organisator für sehr fähige Leute, die eine bestimmte Tour durchaus selbst bewältigen könnten, die Logistik aber gerne abgeben. Außerdem entwickeln wir ständig neue Ideen, die viele Kunden überraschen – zum Beispiel das 24-Stunden-Trekking im Allgäu.

 

24-Stunden-Trekking? Erzähl mal …

Man ist tatsächlich 24 Stunden am Stück unterwegs, mit nur kleinen Pausen. Wir laufen dabei eine weite Rundtour über die Gipfel des Tannheimer Tals. Gerade für Menschen, die so etwas noch nie gemacht haben, ist das eine erstaunliche Erfahrung: erleben, was man wirklich leisten kann. Und wenn am Morgen nach durchwanderter Nacht die Sonne aufgeht, ist das wirklich ein unglaubliches Gefühl.

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