Les Drus: Die Winterfreuden des Ueli Steck
Es ist tiefster Winter und reichlich Schnee gefallen, man möchte meinen in den Alpen dreht es sich vor allem um eines: Skifahren. Nicht für Jonathan Griffith und Ueli Steck. Der britische Fotograf und der Schweizer Alpinist arbeiteten schon häufiger für Foto- und Film-Produktionen zusammen. Mitte Januar teilten sie erneut das Seil in der Dru-Nordwand in Chamonix.
Die entstandenen Fotos zeigen Steck, wie er locker den Berg hinaufkraxelt. Ein anderes (authentischeres?) Bild zeigt das Video: Griffith hatte Steck mit einem Mikrofon verkabelt und so hört der Zuschauer ungefiltert mit, dass auch ein Ausnahmealpinist nicht einfach den Berg hinaufschwebt.
Ueli Steck kämpft, rackert sich ab, klemmt sich die Finger. Wenig später turnt er an einem Überhang, die Eisgeräte im Fels verkeilt, und ist unsicher: »Passt auf, ich weiß nicht, ob das funktioniert. Ich versuche es einfach.« Und wenig später: »Lass mich nicht zu weit fallen, das wird weh tun.« Aber Steck fällt natürlich nicht und Grifith filmt schön weiter. Ob er dabei auch einen Hand an der Sicherung hatte, kann man nicht erkennen, aber mit einem Sturz hat der Brite anscheinen nicht wirklich gerechnet. Nebenbei gelingt Steck die erste freie Begehung, allerdings kletterten sie eine Variante der eigentlichen Linie »Lesueur«, weil Steck die Routenbeschreibung vergessen hatte und einfach seiner Nase folgte.
30. Januar 2012, Surftipp: Julian Rohn
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