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10 Reisetipps für den Yukon

Foto: Thomas Lipke
Goldrausch, Bären und wilde Natur: Das Yukon Territory steht für Abenteuer schlechthin. Mindesten einmal im Leben eines echten Outdoor-Reisenden solle man den hohen Norden in Kanada aufsuchen. 4-Seasons.de hat ein paar Punkte für den Reiseplan rausgesucht.

Yukon Territory, das sind fast eine halbe Million Quadratkilometer Fläche, auf der nur 34 .000 Menschen leben – 25.000 davon in Whitehorse, der Drehscheibe für Aktivitäten aller Art. Hinter den Häusern beginnt sofort die Wildnis: von der arktischen Tundra am Eismeer über Wälder, Bergketten, Seen und mächtige Flüsse bis zu den spektakulären Küstengebirgen im Süden. In diesem legendären Outdoordorado begegnet man Bären und Lachsen, Adlern, Elchen und Karibus. Hier sind die 4-Seasons-Tipps für Yukon-Trips:

 

1: Der Mythos: Chilkoot Trail

Mehr als 25 000 Goldsucher versuchten im Winter 1897/98 von Skagway an der Pazifikküste über den 1074 Meter hohen Chilkoot Pass zum Klondike zu gelangen. Viele überlebten das Hardcoretrekking nicht. Der 53 Kilometer lange Trail folgt dem historischen Weg, er steht heute unter Denkmalschutz. Wer das Permit in der Tasche hat – die Zahl der Wanderer ist limitiert –, wandert durch Regenwald bis hinauf in raue, alpine Regionen. Rostiges Metall, alte Telefonleitungen, Heizkessel und Gebäudereste am Weg sorgen für das authentische Goldgräberambiente. 
Bequeme Alternative: Von Skagway aus führt die »White Pass & Yukon Route«, eine historische Eisenbahnlinie, bis zur Station Fraser in British Columbia. Trekker können sie auch nutzen, um zur Passhöhe zu gelangen, weiter zum Lake Bennett und/oder von dort wieder zurück nach Skagway und Whitehorse.

 

2: Eisrevue im Kluane National Park

Highway aus Eis: hoch über dem Kluane National Park | Foto: Wolgang Gessler

Beim Blick aus dem Flugzeugfenster bleibt dem Betrachter schlicht die Spucke weg: Das riesige Areal mit Dutzende Kilometer langen Gletscherzungen und aufgetürmten Eisblöcken, türkisfarbenen Seen und mächtigen Hügelketten wurde zusammen mit dem angrenzenden Wrangell-St. Elias National Park zum Welterbe erklärt. Ausgangspunkt für Wanderungen, Mountainbiketouren oder Raftingtrips ist Haines Junction, wo es auch ein Besucherzentrum gibt. Die spektakulärsten Eindrücke vermittelt ein Rundflug mit einer kleinen Propellermaschine.

 

3: Ausritt am Takhini River

Verlockt zum Cowboyspielen: der Takhini. | Foto: Wolfgang Gessler

Majestätisch und ruhig windet sich der Takhini River nahe Whitehorse durch die Wälder des Yukon: ein schöner Fluss nicht nur zum Paddeln, sondern auch zum Anschauen vom Ufer aus – am schönsten hoch zu Ross, bei Wanderausritten im Gebiet des Pilot Mountain. Man kann zwischen verschiedenen Touren wählen, je nach Reiterfahrung der Teilnehmer.

 

4: Tatshenshini River

Ein wilder Ritt im Raft auf diesem legendären Fluss ist ein Spektakel vom Feinsten. Auch unerfahrenen Paddlern bietet es schäumendes Wildwasser in den Schwierigkeitsgraden II bis IV. Die großen, professionell gesteuerten Gummiboote tauchen in die Fluten ein und gleiten über Felsblöcke hinweg. Neoprenanzüge und Helme werden gestellt.

 

5: Goldrausch reloaded: Dawson City

Hot Chicken: wo die Hühner Hörner tragen. | Foto: Wolfgang Gessler

Anno 1898, auf dem Höhepunkt des Goldrauschs, lebten hier 30 000 Menschen. Heute sind es 1300, und immer noch strahlt das Städtchen am Yukon viel Wildwestcharme aus. Am Ortsrand steht die rekonstruierte Hütte von Jack London (»Lockruf des Goldes«). Abends geht nicht nur im Pub des Westminster Hotels die Post ab. Zum Pflichtprogramm am Tag gehört ein Ausflug zu den historischen Goldfeldern. 90 bis 100 Minen sollen rund um Dawson noch aktiv sein, einige davon können besichtigt werden. Der legendäre Discovery Claim selbst liegt am Bonanza Creek, einem kleinen Nebenfluss des Klondike. Dort entdeckten im August 1896 drei Männer die ersten Körner und lösten den Goldrausch aus.

 

6: Traumrunde: Whitehorse – Dawson

Flotte Finger: Five Finger Rapids. | Foto: Wolfgang Gessler

Eine sagenhafte Tour durch weite Wälder, vorbei an schillernden Seen und gurgelnden Flüssen, gespickt mit schönsten Aussichten, kanadischer Geschichte, bizarren Einlagen und einer Stippvisite in Alaska. Über Haines Junction geht es auf dem Alaska Highway zunächst nach Nordwesten. In Beaver Creek kann, wer will, im dortigen Westmark Inn Hotel die herrlich bizarre Show mit Namen »Rendez-Vous« genießen. Weiter geht‘s über den Taylor Highway in den Flecken Chicken (Foto oben), der nur aus einer einzigen kuriosen Häuserzeile besteht. Danach beginnt der berühmte »Top of the World Drive«: eine atemberaubende Fahrt über Steilufer und breite Höhenrücken mit großen Panoramen. Mit der Fähre erreicht man über den Yukon Dawson, von dort führt die Route auf dem Klondike Highway südwärts zurück nach Whitehorse. Einen Zwischenstopp lohnen die Five Finger Rapids im Yukon.

 

7: Meister Petz und Kollegen

Lieber aus der Ferne angucken: Meister Petz am Yukon. | Foto: Hansjörg Schulthess / pixelio.de

Elche, Karibus,und Grizzlys: Die Tierwelt am Yukon ist etwas ganz Besonderes. Viele der Tiere und Pflanzen findet man nur in diesen nördlichen Breiten. Das »Wildlife Viewing Progam« hat die Yukon Bezirksverwaltung speziell eingerichtet, um Besuchern die Natur im Yukon nahezubringen. Jeden Monat gibt es zahlreiche Termine, bei denen Guides die besten besten Plätze für Natur- und Tierbeobachtungen zu zeigen. Für Trips auf eigene Faust gibt es den »Wildlife Viewing Guide« mit praktischen Infos sogar auf deutsch.

 

8: Kanutour auf dem Big Salmon River

Lagerplatz am Big Salomon River. | Foto: Thomas Lipke

Die Tour auf dem Big Salmon River im Yukon gehört zu den schönsten, die man in einem Kanu unternehmen kann: Vom Quiet Lake aus 240 Kilometer den Big Salmon River hinunter bis zum Yukon, dann auf diesem weitere 120 Kilometer bis nach Carmacks. Die Flussreise dauert acht bis zehn Tage und erfordert einiges an Paddel- und Wildniserfahrung. Nach dem Start ist man abseits jeder Zivilisation unterwegs.

Infos: Die Globetrotter-Chefs waren auch schon mal am Big Salmon. Hier geht es zum 4-Seasons-Artikel und Reiseinfo.

 

9: Im Land der Lachse

Wenn die Lachse auf dem Weg zu ihren Brutplätzen stromauf schwimmen, stehen die Grizzlys jedes Jahr an den Stromschnellen und hauen sich die Bäuche voll. Auch für Menschen ist das Yukon-Territory ein Anglerparadies. Das Angebot ist riesig. Man kann sich per Helikopter auf einsame »Fishing-Lodges« fliegen oder einfach von einem Guide die besten Plätze für einen Tagesausflug mit Rute und Kescher zeigen lassen. Petri Heil!

 

10: Reiselektüre

Klassiker der Yukon-Literatur. | Quelle: dtv

Ins Yukon Territory sollte man ohne entsprechende Reiselektüre nicht reisen. Besonders über die Zeit des Goldrauschs und verschiedene Abenteuer mit  Hundeschlitten ist vielfach geschrieben worden. Der bekannteste Schriftsteller mit großem Yukon-Faible ist natürlich Jack London. Er verfiel 1897 selbst dem Goldrausch, kehrte jedoch bald erfolglos nach Kaliforniern zurück. Seine Erlebnisse im hohen Norden verarbeitet London daraufhin in zahlreichen Büchern und Kurzgeschichten. Sein Roman »Ruf der Wildnis« erzählt die Geschichte des Schlittenhundes Buck und ist ist der perfekte Reisebegleiter für einen Trip ins Yukon-Territory.

Infos: Jack London »Ruf der Wildnis«

 

 

Yukon-Surftipps

Allgemeine Infos

Alle Basics, Historisches, Infos über Umwelt und Wirtschaft u.s.w. findet man auf einen Blick bei Wikipedia. Umfangreiche Tourismusinfos, Reiseangebote, Unterkünfte und Sehenswürdigkeiten sind unter www.travelyukon.com zu finden. Auf der deutschen Version der Webseite finden sich die Infos in etwas abgespeckter Form.

Hier geht's zum Themenspecial von 4-Seasons.TV.

 

Reiseberichte.com

  • Ein Umfangreiches Reisetagebuch ihrer »Yukon River Expedition« von Whithorse bis zur Beringsee haben Fabian Schmitz und Claudia Wickert verfasst. Unter http://weitewege.de/Touren/Yukon.html berichten sie von ihrer 3000 Kilometer langen Kanutour.
  • Holger Greiner-Petter erforschte das Yukon Territory mit Kanu, Auto und zu Fuß: Vom Porter Lake paddelte er auf dem Hess und Stewart River bis nach Mayo, mit dem Jeep tourte er von Whitehorse auf dem Alaska Highway und dem Top of the World Highway nach Dawson City und in den Tombstone Mountains wanderte er durchs Hochgebirge zum Grizzly Lake. Mehr unter www.wildnisabenteuer.de.
  • 6540 Kilometer legte »Jabba« auf auf einer Wohnmobil-Reise durch Yukon und Alaska zurück. Anchorage, Haines, Watson Lake und Inuvik sind die Eck-Orte der dreiwöchigen Reise: www.yukonalaska2010.jabbas-page.de.
  • 4100 Kilometer mit Faltbooten, teilweise flussaufwärts, legten Siglinde Fischer und Walter Steinberg im Yukon Territorium und in Alaska zurück. Vom Mackkenzie River über den Rat und den Porcupine River erreichten sie den Yukon. Infos, Bilder und auch Vortragstermine sind unter www.walter-steinberg.de/MackenzieYukon/Mackenzie.htm zu finden.
  • Auch der Bonnet Plume River zählt zu den Kanu-Klassikern im Yukon Territorium. Er fließt durch den nördlichen Teil der Mackenzie Mountains und hält für seine Bezwinger einige Herausforderungen bereit. Einen Erfahrungsbericht und umfangreiche Infos und Tipps gibt's von Holger Greiner-Petter unter http://www.wildnisabenteuer.de/reisen/Bonnet/bonnetplume.htm.

KANUmagazin.de

 
weiterführende Artikel: 
24.05.2011ArtikelReise

Nisutlin River: Ein Mann, ein Boot, ein Fluss

Wer im Land der Bären, Wölfe, Elche und Lachse unterwegs ist, ist nie allein – auch wenn er solo auf dem Nisutlin River im Yukon Territory paddelt. Unser Autor hat sich in die kanadische Wildnis gewagt – ohne Partner und als Greenhorn. zum Artikel